Buch von Missbrauchsopfer: “Ich werde nicht heulen”

DEUTSCHLAND
Focus

[Alexander Probst, one of the abuse victims at the Regensburger Domspatzen has written his story of suffering in the boarding school of the world-famous boy choir. In the book he talks about sexual abuse, beatings, his fear of director, teachers and prefects. FOCUS Online publishes passages from the book.]

Mindestens 547 Chorknaben der Regensburger Domspatzen sind Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden. Das geht aus dem am Dienstag vorgelegten Abschlussbericht zum Missbrauchskandal bei dem weltberühmten Chor hervor.

Zu den Missbrauchsopfern bei den Regensburger Domspatzen gehört auch Alexander Probst. Der Mann aus Dietfurt hat seine Leidensgeschichte im Internat des weltberühmten Knabenchors aufgeschrieben. In dem Buch berichtet er über den sexuellen Missbrauch, die Prügel, seine Angst vor Direktor, Lehrern und Präfekten. FOCUS Online veröffentlicht Passagen aus dem Werk. (“Von der Kirche missbraucht. Meine traumatische Kindheit bei den Regensburger Domspatzen und der furchtbare Skandal” von Alexander Probst mit Daniel Bachmann ist im Riva-Verlag erschienen und kostet 19,99 Euro.)

Auszug aus Kapitel: “Lieber Vati, ich glaube, ich bin der Bub, den Du Dir wünschst.”
Präfekt Hansch hat alle Jacken mitgebracht. Mittlerweile haben sie alle ihre Nummern. Das war ein Riesendurcheinander in den ersten Tagen, weil sie von Anfang an nummeriert mitgebracht werden mussten, aber nicht alle Mütter der Aufforderung nachgekommen sind. Jetzt hält Präfekt Hansch eine der Jacken hoch. Mit lauter Stimme sagt er: „97.“ Ich schaue zu Boden, ich will es nicht sehen. Ich höre es laut klatschen, dann fängt 97 an zu heulen. Hansch schnauzt ihn an und wendet sich an alle.

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