Missbrauchsvorwürfe verschwinden in Geheimarchiven

DEUTSCHLAND
WDR

[Abuse allegations disappear in secret archives. The diocese of Trier has initiated a canonical preliminary investigation against a priest on suspicion of sexual abuse. Apparently very late: The allegations were in the diocese in 2006.]

Von Christoph Fleischmann

Das Bistum Trier hat wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eine kirchenrechtliche Voruntersuchung gegen einen Priester eingeleitet. Offenbar reichlich spät: Die Vorwürfe waren im Bistum schon 2006 aktenkundig – und auch der Bistumsspitze bekannt.

“Er hat mich am Wochenende eingeladen zu sich. Da hatte ich nichts dagegen – wusste ja nicht, was der vorhat. Bin halt mit zu ihm, freitags abgeholt, 16 Uhr, und sonntags wiedergebracht in das Heim.” Was Michael W. – nennen wir ihn so – erzählt, hätte man im Bistum Trier schon 2006 zur Kenntnis nehmen können. Vorausgesetzt, man hätte sich an die eigenen Regeln gehalten und sich schon damals für eine Akte der Staatsanwaltschaft Saarbrücken interessiert. Denn die hatte damals gegen einen Priester im Bistum ermittelt und das Verfahren wegen Verjährung eingestellt. Darüber wurde das Bistum, dem damals Reinhard Marx vorstand, heute Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, auch informiert. Aber es geschah nichts.

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