OSTERREICH
der Standard
MARKUS ROHRHOFER, 1. Juli 2013
Am Landesgericht Steyr ist der Strafprozess gegen den ehemaligen Konviktsdirektor des Benediktinerstiftes Kremsmünster gestartet. Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe, Pater A. schweigt – noch
Linz – “Ich sag’ jetzt gar nix dazu” – unmittelbar vor der Verhandlung ist Pater A. gewohnt schweigsam. Behäbig schlurft der 79-jährige Ex-Ordensmann dann – gestützt auf einen Gehstock – in den großen Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes Steyr und nimmt vor Richter Wolf-Dieter Graf auf der Anklagebank Platz. Es ist der Auftakt zu einem mit Spannung erwarteten Prozess. Erstmals muss sich seit gestern, Montag, ein hochrangiger Geistlicher im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen vor einem weltlichen Strafgericht verantworten.
Vogelfreie Zöglinge
Ruhig und gefasst verfolgt Pater A. die Ausführungen von Staatsanwältin Dagmar Geroldinger. Die Anklage wirft dem mittlerweile laisierten, ehemaligen Konviktsdirektors des Stiftes Kremsmünster Angriffe gegen die körperliche und sexuelle Integrität von 24 seiner ehemaligen Schüler vor. Neben sexuellen Übergriffen soll es Schläge, teils mit einer Ochsenpeitsche, Tritte, “Stereowatschen”, das Ausreißen von Haaren oder das “Vogelfrei-Erklären” gegeben haben. Bei Letzterem seien die Mitschüler dazu ermuntert worden, den Betreffenden zu drangsalieren, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.
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