ROM
Radio Vatikan
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Einer der Höhepunkte auf der internationalen Konferenz zum Thema Missbrauch war der Vortrag des Psychologen Stephen Rossetti. Der Priester, Autor und Absolvent der „United States Air Force Academy“ in Colorado ist einer der bekanntesten Missbrauchs-Experten der USA; er unterrichtet unter anderem an der Katholischen Universität von Amerika in Washington. Vor seinen Zuhörern aus aller Welt berichtete er an der römischen Universität Gregoriana über seine Arbeit mit Missbrauchstätern.
„Sie haben doch womöglich alle in Ihrer Familie jemanden mit einem Alkohol- oder Drogenproblem. Und dann wissen Sie doch auch, wie schwierig es ist, diese Leute dazu zu bringen, dass sie überhaupt zugeben: Ja, ich habe da ein Problem. Es ist sehr schwer, da rational heranzugehen. Ich habe den Bischöfen gesagt: Die Täter von Kindesmissbrauch sind in dieser Hinsicht genauso – nur mit zehn multipliziert. Die sind groß im Lügen, im Manipulieren, die wissen ihr Gegenüber in der Regel völlig hinters Licht zu führen. Bischöfe sind eine leichte Beute für sie: Wenn ein Pfarrer vor seinem Bischof steht, und der fragt ihn: Hast du das wirklich getan?, dann schaut ihm ein solcher Priester direkt ins Gesicht und sagt: Nein, natürlich nicht. Die führen ja oft sogar Psychologen hinters Licht! Darum arbeiten wir an meinem Institut in der Regel mit drei Psychologen – alle drei zu täuschen, das gelingt denn doch keinem Täter. Den Täter also zu einem Eingeständnis zu bringen, ist wirklich schwer, aber auch der erste Schritt, um das Problem anzupacken.“
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